Mental-Health-Schulbesuche für Schülerinnen und Schüler
"Basierend auf epidemiologischen Studien sind in Deutschland jedes Jahr 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Dies entspricht mit 17,8 Millionen Menschen der Einwohnerzahl von Nordrhein Westfalen." *
"Pro Jahr erfüllt mehr als jeder vierte Erwachsene die Kriterien einer psychischen Erkrankung."*
Dies bedeutet auch, dass die Kinder dieser psychisch erkrankten Eltern deren Angehörige sind und somit ebenfalls belastet. Oft sogar schwer.
"Seelische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Im Herbst 2022 wiesen der renommierten COPSY-Studie zufolge 23 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten auf. Das sind über drei Millionen Betroffene." **
Aufklärungsbedarf
Neben Schulsozialarbeiter:innen und Schulpsycholog:innen, die es einfach noch viel zu wenig an deutschen Schulen gibt, ist es hier wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen an anderer Stelle Aufklärung und Hilfsangebote erreichen. Oft wissen Kinder lange nicht, wenn überhaupt, dass sie Zuhause psychische Krankheiten erleben oder selbst davon betroffen sind. In den Familien herrscht Unwissenheit und Angst vor Ausgrenzung.
Umso wichtiger, dieses Defizit an Aufklärung an den Schulen selbst, nämlich direkt bei den Kindern, zu enthebeln. Wissen ist Macht. Und Kinder brauchen diese Macht, um sich gesund und frei entwickeln zu können. Hier mache ich einen Anfang mit aufklärenden Schulbesuchen.
Wo: An den Grundschulen sowie weiterführenden Schulen.
Dauer: 2 Unterrichtsstunden Besuch + Nachbearbeitung 1 Unterrichtsstunde, begleitet von Lehrer:innen
Methoden: Die Kinder hören, je nach Altersklasse, ein Gedicht/einen Poetry Text, der sie auf das Thema "Mentale Gesundheit" vorbereitet. Es folgt spielereisches Erfahren in der Gruppe, in Paar- und Einzelsettings. Mit Spielkarten und anderen Gegenständen werden Zusammenhänge und Inhalte visualisierbar und verstehbar gemacht. In leichten Rollenspielen erfahren die Kinder, wie sie sich selbst verhalten und sich fühlen, wenn sie mit psychischen Problemen konfrontiert werden. Die Kinder erhalten zum Schluss erste Srategien, sich zu entspannen und Stress und belastende Gefühle zu erkennen.
Ziel: Aufklärung und Bewusstsein für die eigene psychische Gesundheit und die der Familie schaffen. Hilfestellen benennen und Barrieren abbauen. Frühzeitige Förderung eines langfristigen bewussten Umgangs mit mentaler Gesundheit. Raum für Betroffene, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die Inhalte der Besuche sind an alle Altersgruppen entsprechend angepasst. Kleinere Kinder werden selbstverständlich mit anderen Inhalten, wie "einem schlechten Bauchgefühl" konfrontiert, wohingegen ältere Schüler:innen Krankheitsbilder erkennen und benennen lernen. Ebenso werden unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigt; insbesondere im Teenager-Alter der Einfluss von Sozialen Medien auf die mentale Gesundheit.
*aus dem Dossier: Psychische Erkrankungen in Deutschland: Schwerpunkt Versorgung. Eine Publikation der DGPPN.
** achtung-kinerseele.org